Die Therapie

Die CytoSorb-Therapie* basiert auf einem extrakorporalen Blutreinigungsverfahren, dass sich als wirksam bei der Reduzierung überschüssiger Entzündungsmediatoren erwiesen hat (siehe „Der Adsorber“). Sie zielt darauf ab, die überschießende systemische Entzündungsreaktion („Zytokinsturm“) abzuschwächen, die mit systemischer Hyperinflammation oder septischem Schock assoziiert ist. Demnach können die lebensbedrohlichen Komplikationen eines Zytokinsturms potenziell verhindert und vor allem die Hämodynamik stabilisiert werden. (Hintergrundinformation).

Bei der CytoSorb-Therapie handelt es sich um eine adjunktive Therapie. Die Grundsätze der kausalen und supportiven Therapie, wie Fokussierung und frühe antiinfektive Therapie, behalten selbstverständlich auch unter CytoSorb-Therapie ihre herausragende Bedeutung. Während diese primär auf die Behandlung der Infektion abzielen, wurde CytoSorb entwickelt, um die überschießende Immunantwort zu modulieren und darüber zur Kreislaufstabilisierung und einer erhöhten Chance auf Genesung beizutragen.

Sicherheit: Die CytoSorb-Therapie wurde in über 143.000 Anwendungen in mehr als 800 klinischen Abteilungen weltweit durchgeführt und die Anwendung ist nachweislich gut verträglich und sicher. Der CytoSorb-Adsorber kann bis zu 24 Stunden lang eingesetzt werden, spätestens danach ist bei weiter bestehender Therapieindikation ein Wechsel erforderlich. Patienten wurden an bis zu sieben aufeinander folgenden Tagen bis zu 24 Stunden lang behandelt.

Einfache Anwendung: Der Adsorber ist eine Standard-Vollblutkartusche und kann mit herkömmlichen Dialyse- und Hämofiltrations-Geräten sowie mit Herz-Lungen-Maschinen und extrakorporalen Lebenserhaltungssystemen eingesetzt werden oder aber als alleinstehende Therapie mit Blutpumpen im Hämoadsorptionsmodus. Die Behandlung kann nach einem kurzen Training vorbereitet werden und lässt sich sehr gut in Routineabläufe integrieren.

Bei bestimmungsgemäßer Verwendung hat sich gezeigt, dass die CytoSorb-Therapie Folgendes leistet:
  • Verbesserung der Hämodynamik mit signifikanter Reduzierung des Katecholaminbedarfs
  • Reduzierung der überhöhten Plasmaspiegel verschiedener Entzündungsmediatoren (darunter Pathogen-assoziierte molekulare Muster (PAMPS) und Schaden-assoziierte molekulare Muster (DAMPS))
  • Minderung der Auswirkungen eines sekundären Organversagens

Weitere Informationen finden Sie unter Therapeutische Aspekte

Zu den klinischen Zuständen, die häufig mit systemischer Hyperinflammation einhergehen, gehören:

Intensivmedizin:

  • Septischer und vasoplegischer Schock
  • Toxisches Schocksyndrom, nekrotisierende Fasziitis
  • Hämophagozytische Lymphohistiozytose (HLH)
  • Akutes Atemnotsyndrom (ARDS)
  • Systemische Hyperinflammation nach kardiochirurgischen Eingriffen mit kardiopulmonalem Bypass (CPB)
  • Kardiogener Schock
  • Reanimation oder ECPR
  • Polytrauma mit starker Myoglobinämie
  • Schwere Pankreatitis
  • Leberversagen verschiedener Genese (z. B. alkoholische Hepatitis, akutes Leberversagen, sekundäres Leberversagen)
  • Schwere Verbrennungen
  • Schwere Influenza und Grippe, insbesondere bei benötigter ECMO
  • Anderes

Intraoperative Applikation in der Herz- und Thoraxchirurgie:

  • Patienten mit langen und komplexen Verfahren, Aortendissektionen, Herztransplantationen, komplexen kombinierten Eingriffen, Reoperationen
  • Patienten mit vorbestehender Aktivierung des Immunsystems, d. h. Endokarditis, Schock
  • Patienten mit erhöhter Komorbidität einschließlich chronisch eingeschränkter Leber- und/oder Nierenfunktion